Schülerversammlungen
Die Schülerversammlungen finden einmal jährlich statt. Der jeweils neu zusammengesetzte Schülerrat bringt den anderen Schülern nach einem zweitägigen Seminar in Lindenfels die Wohlfühlordnung näher.

In Rollenspielen wird u.a. die Arbeit des Wohlfühl- und Konfliktlotsendienstes sowie die Aufgabe der Spürnasen dargestellt.

Die Erstklässler bekommen vom Schülerrat ein Freundschaftsbändchen geschenkt, um einerseits ihre Botschaft vom Wohlfühlen zu unterstützen, andererseits um sie in der Schülerschaft willkommen zu heißen.

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Konfliktlotsen vermitteln
Ein neues Konzept an der Nibelungenschule
„Streit unter Kindern ist etwas ganz Normales und die Rangeleigen auf dem Schulhof, da muss jeder durch.“ Das ist eine inzwischen veraltete Auffassung, denn das moderne Ausmaß kindlicher Gewalt nimmt teilweise erschreckende Formen an. Doch in der Nibelungenschule in Heppenheim ist dies anders geworden. Den zunehmenden Problemen von Kindern mit sozialen Umgangsformen begegnet man dort mit einer „Wohlfühlordnung“ und einem „Wohlfühldienst“, der von den Mitgliedern des Schülerrates jeden Tag auf dem Schulhof geleistet wird (wir haben berichtet).
Gewaltprävention, so Schulleiter Clemens Sperlich, ist gerade in der Grundschule wichtig, denn dort ist es noch möglich, in enger Zusammenarbeit mit den Eltern Konfliktlösestrategien zu vermitteln. In den weiterführenden Schulen würden so viele Probleme vermieden.
Am 10. und 11. September hatte sich der Schülerrat, dem alle Klassensprecher der dritten und vierten Klassen angehören, zu einem Seminar im Albert-Schweizer-Haus in Lindenfels getroffen, um neue Pläne zu schmieden. Dort wurde ein neues Konzept aus der Taufe gehoben, das am Dienstag und Mittwoch den ersten und zweiten Klassen vorgestellt wurde.
Neben dem schon sehr erfolgreichen Wohlfühldienst in den Pausen soll es nun auch „Konfliktlotsen“ geben. Das werden speziell geschulte Schüler sein, die dann vermitteln, wenn sich der Pausendienst überfordert fühlt. Ein Verhandlungsbogen wurde ausgearbeitet, um in schwierigen Fällen zu schlichten.
Sehr offiziell soll es dabei zugehen. Wie bei einer richtigen Verhandlung wird ein Vertrag aufgesetzt. Darauf hält der Lotse penibel fest, worauf sich die Kinder einigen, und das Ganze wird mit der Unterschrift bestätigt.
Das Konzept der Konfliktlotsen, der Wohlfühlordnung und deren Ausführung durch die Kinder selbst zeigt laut Sperlich und der Betreuerin des Schülerrates Annette Lehmann gute Erfolge. Die Lehrer sind nicht mehr erste Anlaufstelle bei Konflikten, da den Kindern verbale Lösungsstrategien zur Verfügung stehen. So sollte das Programm konsequent weitergeführt werden bis hin zu einer richtigen Streitschlichtung.
Quelle: Südhessische Post, Donnerstag, 8.November 2001





